Links – Rechts – und ich mittendrin

By apollosbox

Morgenstund

Stellt euch vor, es ist Samstag am Morgen, ihr weckt auf, geht vor die Tür und seid plötzlich in Afghanistan. Nicht möglich – na klar, denn heute war wieder mal ein DEMO-Tag. Zuerst dachte ich, ok – Dynamo spielt wieder, wird ein Kategorie 1 Spiel sein. Nur die Jungs sind noch nicht so früh am Morgen unterwegs. Der Mob will ja ausschlafen, kein Grund für soviel Polizei. Dann wurde das Radio aktiviert, vielleicht sind die Russen wieder da und wir haben es nicht gemerkt. Falsch! Die Jungs von der „Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland“ hat wieder Freigang und nutzten diese Freizeit für einen Spaziergang in Dresdens schöner Innenstadt. Zur Vorbereitung einer idyllischen Runde markierte ein bundesweites Polizeiaufgebot die beste Route. Leider wurde dadurch unser Tagesablauf im wesentlichen gestört. Im Gegensatz zu den Jungs von der Landsmannschaft hatten wir allerdings nicht soviel Kultursinn, sondern wollten ganz banal von Punkt A zu Punkt . Das erklärt auch dieses verspätete Aktualisieren dieses Blogs. Wir waren immer zu spät.

Aber mal der Reihe nach erzählt.

Priessnitztal again

Wir starteten heute Morgen den Versuch zunächst per Auto von Stadtteil F nach N zu kommen. Bereits an der ersten Kreuzung müssen wir falsch abgebogen sein, denn hier schien es nach Beirut zu gehen. Polizei an allen Ecken, hinter uns Freunde in grün aus Berlin und vor uns war eine Erlebnistouristengruppe von der Bundespolizei. Wahrscheinlich wollten uns die Hubschrauber nur vor Heckenschützen bewahren, aber irgendwie beschlich uns ein ungutes Gefühl. Schnell die Elbseite gewechselt und schon waren wir in einem anderen Sektor. Gerade noch in der russischen Besatzungszone gewesen, befanden wir uns im befreiten Sektor – dachten wir. Nur um ein paar Ampeln weiter die nächsten Besatzer zu sehen. Im Gegensatz zum Irak und Afghanistan erhielten wir aber weder Schokolade, noch standen am Strassenrand Menschen mit Blumen und wehenden Fahnen. (Dies änderte sich am Nachmittag! Später dazu mehr..)

Weiter gings und da war auch schon mein gelobtes Land. Die nächsten Minuten gönne ich euch in Bildern zu schwelgen und weniger mein Geschreibs lesen zu müssen.

Bilder sagen mehr wie Worte

Ein Schluck in freier Natur, da war man sicher, schließlich war nebenan.. die Offiziersschüler der Bundeswehr… und die stören am Wochenende keinen, weil da keiner da ist

War auch wirklich keiner da, ausser paar Joggern und … ..paar nordic Walkern…

Frauchen liess mich vor Freude hüpfen…

Und… Sprung..

Dann kam wieder mal ein Kumpel…

Kumpel.. der mich aber schnell allein liess

Dann kannte ich mich wieder aus…

Mein Bach .. ..

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Und dann kam ich ins Rennen…

Speed-Apollo … ..

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Frauchen zeigte mir wieder wie alles geht…

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Aber das, kann sie alleine machen … ..

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.. .. Berghund…

.. .. Mein cooles Frauchen…

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.. … …

Nach so einem anstrengenden Spaziergang kann ich ganz schön müde gucken…

Ich in voller Schönheit..

Danach kam mein normales Weekend-after-Return-Gedächtnis-Schläfchen – natürlich nach einem ausgiebigen Mahl.

Kurzer Lagebericht im Krisengebiet

Nach wenigen Stunden Schlaf wurde mir unbarmherzig klargemacht, dass es Zeit wäre, wieder mal an die frische Luft zu gehen. Frauchen war ganz im Stress und meinte wir müssten schon los. Natürlich sah das mein Zweibeiner anders. Worum gings?

Welpenspielstunde!!!

Normalerweise benötigen wir 10 min per Auto bis zum Hundespielplatz. Aber wir hatten ja noch 40 min Zeit. Rein ins Auto und schon standen wir im Stau. Supersache. Na dann biegen wir eben ab. klasse hier gings es nach Belfast. Schnell umgedreht, man will ja nicht zwischen die Fronten kommen. Umgedreht und – es ging nicht weiter. Diese Strasse wurde nach Pristina umgeleitet. Mist -in den Kosovo wollten wir heute nicht. Was soll das? Sind wir in ein Wurmloch gefallen?

Mit letzter Kraft wendeten wir und sind dann doch noch auf die andere Elbseite gekommen. Was für ein Glück – denn die besetzten Gebiete empfingen uns freundlich mit wehenden Fahnen und es gab wieder keine Schokolade. Naja – allerdings die Fahnen waren nicht für uns und die Leute wollten auch nicht uns winken.

Bei genauerem Hinschauen mussten wir feststellen, dass es sich hier anscheinend um die Konterrevolution von 1989 handeln muss. Kommunisten und Autonome vereinigt, um das Rad der Geschichte anders zu drehen. Klasse – wieder im falschen Film gelandet und es ging keinen Meter vorwärts. Innig hofften wir noch ein paar Meter vorwärts zu kommen, nicht das hier zufällig Abgeordnete aus Hannover sind, die wieder eine Mauer errichten wollen.

Glück gehabt und weiter ging es. Allerdings in Apollo-Warp-Geschwindigkeit. Wie auch immer, nach wenigen Stunden kamen wir zur Welpenstunde.

Leider stellten wir da fest, dass weder die Kamera noch ein Handy den Weg ins Auto gefunden hatten. Zurückfahren wäre sinnlos gewesen. Also müsst ihr ohne Bilder auskommen.

Der Rückweg war genauso anstrengend, aber wir erreichten unser Zuhause.

Moral der Geschichte

Es ist schon Paradox, die einen demonstrieren mit dem richtigen Slogan und den falschen Motiven und die Anderen gehen auf die Strasse, weil die Anderen dort schon sind.

Mal kurz zur Sache..

Dresden wurde vor 63 Jahren fast komplett zerstört. Zu diesem Zeitpunkt waren fast ausschließlich Flüchtlinge, Frauen, Kinder und ältere Leutchen hier. Der Krieg war praktisch vorbei und die Vernichtung Dresdens sinnlos.

Wichtig wäre der vielen Toten zu gedenken und auch mal festzustellen, dass es viele Unschuldige getroffen hat. Aber das bekommen unsere Linken und Normalbürger nicht über die Lippen.

Die Rechten machen sich dies zu Nutzen und formulieren ihre Phrasen in diesem Sinne, auch wenn sie damit die Toten beschmutzen.

Dieser Ringelpietz wird solange gehen, wie wir nicht zur Vergangenheit, sondern nur zu einer einseitigen Sicht stehen.

Schade, denn ich bin nur ein kleiner Hund – aber das habe ich schon begriffen.

Ich bin kein Moralhund, aber ich möchte das auch nicht weiter thematisieren.

Denken strengt mich an und macht mich sehr müde…

Ciao

Apollo aus dem Krisengebiet…

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